Aufstieg bedeutet, die Möglichkeit zu haben, Träume zu verwirklichen. Für mich als Kind aus einer Arbeiterfamilie hat das bedeutet, als erste in meiner Familie einen Hochschulabschluss zu erlangen und so schnell wie möglich durch eigenen Fleiß finanziell unabhängig zu werden.

Es ist eine Kernaufgabe des Staates, die besten Rahmenbedingungen für den persönlichen Aufstieg aller Menschen zu schaffen. Aber in zwei Bereichen, die für die Möglichkeit von persönlichem Aufstieg wegweisend sind, zeigt sich der Staat eher als Bremsklotz und nicht als Antreiber:

  1. Bildung befähigt den Menschen, ihre oder seine Träume zu verwirklichen. Leider müssen wir aber auch 2021 noch feststellen, dass Bildung immer noch viel zu stark vom Elternhaus abhängig ist. Diese Abhängigkeit ist ein Gerechtigkeitsskandal! Nicht die Herkunft sollte über Deinen Bildungserfolg entscheiden, sondern Dein eigenes Engagement. Es ist deswegen dringend notwendig, dass gerade in sogenannten Brennpunktbezirken eine noch stärkere Förderung jedes einzelnen Schülers vorgenommen wird. Die Talentschulen in Nordrhein-Westfalen zeigen hier den richtigen Weg auf.
  2. Finanzielle Lasten: Nur wer sich etwas anspart, kann sich auch etwas aufbauen. Häufig ist ein Sparen für die Menschen aber gar nicht erst möglich. Die Realität in diesem Land ist für viele Menschen eine andere: Die Einkommenssteuerlast ist insbesondere für kleine und mittlere Einkommen deutlich zu hoch. Die Zuverdienstregelungen für ALG II-Empfänger sind leistungsfeindlich. Und selbst Pflege- und Heimkinder müssen von ihrem selbstverdienten Geld bis zu 75 Prozent an das Jugendamt zurückzahlen. Diese Regelungen haben eins gemein: Sie verhindern Aufstieg. Es ist Zeit, all diese Menschen endlich zu entlasten und ihnen persönlichen Aufstieg zu ermöglichen.